die sache beatet mehr

die sache: wie spielen wir musik in der moderne?

pop und musikhören findet heute schon im supermarkt als kaufanimation, im musikunterricht und auf allen kanälen der medien statt. passiver konsum der musikkonserve, dargeboten als fortwährend vor sich hinplätschernder klangteppich steht hierbei im vordergrund. anders die sache : eine gruppe wird zum pop-event, ohne ihre konzerte in aufgesetztem gestenrepertoire oder klischeehafter optik enden zu lassen. das publikum kommt vielmehr in den genuss einer geradlinig und schnörkellos dargebotenen beat - veranstaltung. das licht geht an. der grellbunte vorhang im bühnenhintergrund schmerzt in den augen, anfangs. aber er ist nur der vorbote des kommenden spektakels. plötzlich steht die sache auf der bühne. die grellbunte musik schmerzt ein wenig in den ohren, anfangs. aber nach dem zweiten refrain wird jedem klar wohin die reise geht: the only thing that counts is the beat. die sache folgt ihren eigenen inneren gesetzen: die künstler gehen davon aus, dass es jenseits von hip-hop, dance-floor-seligkeit oder rock-dröhnung noch eine sophistizierte art des musikkonsums geben muss. unsere musik ist orange mit gelben punkten. es gibt viele bands, die dem publikum etwas bieten. die sache beatet alles: brit-pop aus deutschland, kurze 3-min-songs sind die basis des sache sounds. power-pop, wie er eben zu sein hat; gitarrenmusik - manchmal ohne gitarre. denn der harte beat der frühen jahre zeigt seine integrationskraft: deshalb nimmt unser beat 77er punk, independent, noise, elektronik und moderne klassik in sich auf. stößt die ausdrucksfähigkeit der gitarre an ihre grenzen, spielt die sache klaviertrio. die sache schafft unerhörtes.

was entsteht und was empfindet das publikum dabei?

musik, die in weiterentwicklung des beat die ansprüche des neuen jahrtausends stellt und erfüllt.  songs die "süchtig machen" (stuttgarter zeitung) und die, wie es ein erfolgreicher galerist ausdrückte, "die flächige pastellhaftigkeit leicht hingehauchter aquarelle mit der brutalen pinselführung wie sie der expressionismus liebte" verbindet. man versuchte diese musik zu produzieren, doch mehrere produzenten und manager liessen sich bald nicht mehr sehen. aus eigenem antrieb jedoch schafften die künstler die "platte der woche" und organisierten gastspiele von konstanz bis hamburg und hier eine live-sendung aus der sportabteilung im horten. das publikum empfindet wohlige schauer und den reiz des abenteuers, die wilde frische der limonen, das gefühl, dass nichts unmöglich ist im bereich gehobener unterhaltungsmusik, dass man nur da geliebt wird, wo man schwach sein kann, ohne stärke zu provozieren. das publikum ist gerührt und darf die erkenntnis mit nach hause tragen: alles soll so bleiben wie es ist. ein sache - auftritt ist für jeden veranstalter und erst recht für das publikum ein musikerlebnis, das den wunsch weckt immer wieder zu kommen und den beat - event der sache zu sehen.